Deutsch-litauische Beziehungen
Geschichte und Gegenwart des Verhältnisses – von der Zwischenkriegszeit und der Nachkriegsordnung bis zu Partnerschaften, Kirche, Schule und Literatur.
Die einzige deutschsprachige Fachzeitschrift über Litauen und die deutsch-litauischen Beziehungen – benannt nach dem Haus Annaberg. Die Jahrbuchreihe pausiert; einzelne wissenschaftliche Beiträge aus Konferenzen erscheinen weiter.
Inhaltsverzeichnisse, vollständige Jahrgänge als PDF und Arthur Hermanns Aufsatz über dreißig Jahre der Zeitschrift – kostenfrei auf der Website der Redaktion.
Die Annaberger Annalen erschienen von 1993 bis 2022 im Auftrag der Litauischen Sektion des Baltischen Christlichen Bundes und – ab 2003 – des Litauischen Kulturinstituts. Auftraggeber war der Bund von Anfang an; die Herausgeberschaft und die Verantwortung lagen bei der Redaktion.
„Unser Jahrbuch ist die am längsten erschienene deutschsprachige Zeitschrift über Litauen und deutsch-litauische Beziehungen.“
Arthur Hermann, 30 Jahre Annaberger Annalen, 1993–2022
Herausgeberinnen und Herausgeber waren Arthur Hermann, Annemarie Lepa, Dr. Christina Nikolajew und Dr. Lina Pilypaitytė. Das Jahrbuch versammelte wissenschaftliche Aufsätze, Erinnerungen und Reportagen: jedes Heft in der Regel 15 bis 20 Beiträge, die meisten eigens für die Annalen geschrieben, etwa ein Drittel aus dem Litauischen übersetzt.
Bis zum 29. Band waren es 354 Beiträge von 239 Autorinnen und Autoren auf 8.356 Seiten – rund 55 Zentimeter im Regal. Mit Band 30 kommt die Reihe auf etwa 360 Beiträge und 8.500 Seiten.
Die elektronische Ausgabe gibt es seit 2004 kostenfrei. 2006 ließ der Kulturattaché der deutschen Botschaft in Vilnius, Dirk Roland Haupt, die ersten vierzehn Bände digitalisieren. Die Website wurde zeitweise bis zu 25.000 Mal im Monat aufgerufen. Die Redaktion erreichen Sie unter redaktion@annaberger-annalen.de.
Die Umschläge nennen das Programm der Zeitschrift: wissenschaftliche und informative Beiträge zum deutsch-litauischen Verhältnis, zum preußischen Litauen – besonders dem Memelgebiet – und zur Kultur Litauens. Genau dafür gab es im deutschen Sprachraum lange keine eigene Fachzeitschrift.
Hermanns Überblick zeigt, worum sich die meisten Aufsätze drehen: das Memelland in der Zwischen- und Nachkriegszeit, das Zusammenleben von Litauern und Deutschen in Preußisch-Litauen vor 1919, die Litauendeutschen und das Leben im sowjetischen Litauen. Beiträge zur Gegenwart nach 1990 blieben die Ausnahme.
Geschichte und Gegenwart des Verhältnisses – von der Zwischenkriegszeit und der Nachkriegsordnung bis zu Partnerschaften, Kirche, Schule und Literatur.
Viele Beiträge gelten dem Zusammenleben von Litauern und Deutschen vor 1919, dem Memelland und den Litauendeutschen. Eigene Bände behandeln Kaliningrad, Donelaitis und die religiöse Prägung der Region.
Literatur, Sprache, Kirchen und das geistige Leben – oft im Gespräch mit deutschen Leserinnen und Lesern, die sonst kaum eine Fachzeitschrift zu Litauen finden.
Unmittelbarer Vorläufer war die litauischsprachige Zeitschrift Annabergo Lapelis (1974–1992) der Litauischen Sektion. Die Redaktion – Arthur Hermann, Annemarie Lepa und Herbert Lepa – übernahm anschließend den ersten Band der Annalen. Die ersten fünfzehn Hefte des Lapelis waren eine Hauszeitschrift für Tagungen auf dem Annaberg. Die letzten sieben (1989–1992) wurden umfangreicher und behandelten Literatur und die Ereignisse im freiwerdenden Litauen.
Der Litauische Literaturkreis, der von 1976 bis 1992 zweimal jährlich auf dem Annaberg zusammenkam, begann um 1991 deutschsprachige Wochenendtagungen: über Kristijonas Donelaitis und über das Drama Herkus Monte von Juozas Grušas. Deutsche Beiträge daraus erschienen noch im Lapelis. Das letzte Heft trug bereits beide Titel: Annabergo Lapelis und Annaberger Annalen.
Nach der Unabhängigkeit Litauens und der deutschen Vereinigung hielt die Redaktion eine Zeitschrift auf Litauisch außerhalb des Landes für überholt – und eine deutschsprachige Fachzeitschrift für nötiger, um Deutschland und Litauen einander neu näherzubringen. Das erste Heft erschien im Herbst 1993 mit 145 Seiten und einer Auflage von 250 Exemplaren, nach dem Vorbild des baltischen jahrbuchs (1984–1989) zunächst vom Bund mitfinanziert, dann aus Abonnements. Ein Verlagsangebot, das den Umfang auf 140 Seiten begrenzt hätte, lehnte die Redaktion ab: Die meisten späteren Bände umfassten 300 bis 400 Seiten. Die Annalen blieben unabhängig.
Bis 2003 bestand die Redaktion aus Arthur Hermann (Inhalt, Autorinnen und Autoren) und Annemarie Lepa (Druckvorbereitung); Gerhard Lepa versandte die Hefte. 2003 kam Christina Nikolajew hinzu, 2014 Dr. Lina Pilypaitytė. Als Annemarie Lepa 2018 die redaktionelle Arbeit aus Altersgründen abgab, übernahm Lina Pilypaitytė ihre Aufgaben; die Finanzverwaltung blieb bei Annemarie Lepa.
Die meisten Übersetzungen aus dem Litauischen besorgten Hermann und Nikolajew, schwierigere Texte Prof. Manfred Klein und Dr. Liane Klein. Als Lektoren halfen Gerhard Neubacher und besonders Uwe Hecht. Einen festen Autorenstamm bildeten unter anderen Domas Kaunas, Silva Pocytė, Žavinta Sidabraitė, Alina Kuzborska und Christina Nikolajew sowie die verstorbenen Professoren Gerhard Bauer und Helmut Jenkis.
Ab 2000 lud die Redaktion alle drei Jahre Autorinnen, Autoren und Leserinnen auf den Annaberg. Das sechste und letzte Treffen im März 2018 galt dem 25-jährigen Jubiläum – mit dem litauischen Botschafter Darius J. Semaška, Vincas Bartusevičius vom Litauischen Kulturinstitut und Andrejs Urdze vom Baltischen Christlichen Bund. Weitere Treffen fielen der Pandemie zum Opfer.
Die Zeitschrift pausiert. Ausgabe 30/2022 ist die letzte Nummer der Annaberger Annalen als Jahrbuch.
Arthur Hermann beschreibt in Band 30, warum die Reihe nach dreißig Jahren nicht in der bisherigen Form weiterging: Es fand sich keine Nachfolge für die inhaltliche Leitung, Beiträge wurden knapper, und eine ehrenamtliche Privatredaktion konnte keine festen Bindungen an Institute schließen. Einzelne wissenschaftliche und historische Beiträge aus Konferenzen werden dennoch weiterhin veröffentlicht – etwa aus der Reihe Res publica litteraria Baltica auf dem Annaberg. Das digitale Archiv bleibt die Adresse für alle bisherigen Jahrgänge und für neue Texte.
Hermanns Aufsatz als PDF →
Band 30 auf annaberger-annalen.de →
Tagung Res publica 2025 →
Die Umschläge zeigen die Linie der Zeitschrift – vom ersten Heft 1993 bis zum dreißigsten Band. Jede Karte führt zum Inhaltsverzeichnis oder zur Ausgabe auf annaberger-annalen.de.
Sieben Bände gelten einem Thema; drei davon stellten eingeladene Herausgeberinnen und Herausgeber zusammen. Daneben veröffentlichte die Redaktion zwei längere Untersuchungen über mehrere Hefte hinweg: Harry Stossun über die deutschen Schulen in Litauen der Zwischenkriegszeit und Gerhard Bauer über Lituanismen und Alltagsgeschichte in Ostpreußen.
In Nr. 14/2006 etwa: Litauens späte Christianisierung, Simon Dach und Martin L. Rhesa, Wilhelm Gaigalat, Memelautonomie – und ein Bericht vom ersten Lesertreffen auf dem Annaberg. Gesamtes Archiv auf annaberger-annalen.de →